Pickel - was sind eigentlich Pickel?
Alle haben in ihrem Leben einmal mit Pickeln zu tun. Jeder kennt sie, keiner mag sie. Aber was sind Pickel eigentlich?
Als Pickel bezeichnet man eine entzündete Hauterhebung. Wie entsteht ein Pickel? Eine überschießende Hornbildung erweitert den Ausführungsgang der Talgdrüsen. Man spürt das als halbkugelige Erhebung auf der Haut. Beim Ausdrücken entleert sich der Inhalt der Drüse. Ausquetschen ist allerdings nicht zu empfehlen. Im Inneren der Talgdrüse befinden sich Hornlamellen. Normalerweise sorgen sie für den Abtransport des Talges. Durch die Masse des Talgs werden sie zusammengedrückt und verhärten. Der Pfropf aus Hornzellen und Talg wird als Mitesser bezeichnet. Durch eingelagertes Melanin und Oxidationsvorgänge an der Luft erscheint der schwarze Punkt an der Oberfläche des Mitessers. Darunter liegt im Drüsengang ein Gemisch aus Talg, Haarmaterial und von Erregern der Gruppe der Propioni- und Staphylokokkenbakterien. Die Talgdrüsen bilden sich zurück, sie verkümmern. Die Bakterien sorgen für eine Entzündung. Ein Pickel entsteht.
Je nach Verlaufsform und individueller Konstitution können auch zusammenfließende Abszesse oder Karbunkel entstehen. Diese schwereren Verläufe führen nach dem Abheilen der Entzündung zu den gefürchteten Aknenarben.
In der Fachsprache spricht man von nicht entzündlichen Primäreffloreszenzen (Mitesser), sekundär entzündlichen Effloreszenzen (Pickel) und tertiär nicht mehr entzündlichen Effloreszenzen (Narben). Diese drei Stadien sind bei jedem Betroffenen an den verschiedenen Hautregionen mehr oder weniger gleichzeitig anzutreffen.
Medizinisch gesehen sind Pickel verschiedene Formen der Hauterkrankung Akne. Einzelne Pickel sind dabei natürlich nicht ernst zu nehmen, aber wenn es mehrere sind und sie entsprechend groß sind, sollte man zur Sicherheit schon einen Hautarzt aufsuchen.
Pickel werden nicht durch mangelhafte Hygiene hervorgerufen. 80 Prozent aller Menschen leiden in ihrem Leben zumindest zeitweise an Akne, manche in ihrer milden Form mit einigen wenigen Pickelchen, andere dagegen haben schwere Entzündungen. An den Körperstellen, an denen es viele Talgdrüsen gibt, können auch mehr Pickel entstehen. Meist passiert das im Gesicht, auf dem Rücken und am Dekolletee. Beine, Arme, Füße und Hände sind nur selten von Pickeln betroffen. Dort gibt es kaum Talgdrüsen. Normalerweise bildet der Säuremantel ein ausgeglichenes Milieu. Vor allem in der Pubertät ändert sich das.
Ein Trost für alle, die unter vielen Pickeln und Akne leiden ist, dass erwiesenermaßen Personen, die in der Teenagerzeit Akne hatten, später mit geringerer Wahrscheinlichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden. Dies ist das Ergebnis einer britischen Studie.