Hefe gegen Pickel
Die Hefetherapie wird seit langem zur Behandlung von Akne eingesetzt. Bei den heutigen zahlreichen lokalen und systemischen Behandlungen ist sie jedoch in den Hintergrund gerückt. Das liegt auch daran, das bis jetzt kein wissenschaftlicher Nachweis für die Wirksamkeit der Hefe erbracht wurde. Die Tests, die gemacht wurden, zeigen, dass Hefe bei einigen Patienten hilft, bei einigen aber nicht. Das ist bekanntlich bei den meisten Mitteln gegen Pickel und Akne so.
Bei den Tests wurde die Hefe in Tablettenform verabreicht. In der Hefe müssen lebende Kulturen enthalten sein. Die Wirkungsweise ist nicht gänzlich geklärt. Die Hefepilze sollen probiotische Eigenschaften haben. Sie können schädliche Bakterien verdrängen und das Wachstum von gesunden Bakterien fördern. Sie unterstützen das Immunsystem bei der Entsorgungsarbeit, indem sie die Fresstätigkeit bestimmter Immunzellen erhöhen. Nicht zuletzt versorgen Hefen den Körper mit einer Extraportion Vitamin B.
Einige Ärzte und Apotheker raten von einer Hefekur ab. Nach ihrer Meinung fördert Hefe sogar die Bildung von Pickeln und Akne. Es hilft also nur eines, um die Wirksamkeit auszuprobieren, selber testen.
Es gibt aber auch die Möglichkeit, Backhefe in etwas Milch aufzulösen. Diese kann dann getrunken oder aber als Maske auf das Gesicht aufgebracht werden. Bierhefe kann ebenfalls verwendet werden.
Von den Hefetabletten sollen jeweils drei am Morgen und am Abend genommen werden. Eine Packung mit 150 Tabletten kostet ca. 4 Euro. Der Wirkstoff ist Saccharomyces boulardii. Es gibt Kapseln, die enthalten bis zu 1,5 Milliarden Zellen pro Kapsel und sollen so wirksamer sein, als andere mit weit weniger Zellen. Bei einer Kur mit diesen Kapseln kommen aber gleich mal mehr als 250 Euro zusammen. Auch Perenterol enthält lebende Hefezellen und ist deutlich preiswerter.
Bierhefe kann man in jedem Drogeriemarkt kaufen. Dort ist sie billiger als in der Apotheke. Mit 3 Euro pro Monat sollte man rechnen.
Bei der Einnahme von Hefetabletten sollte man darauf achten, das eine Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln auftreten kann. Man sollte deshalb generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das man gerade verwendet, dem Arzt oder Apotheker angeben.
Aufgrund der therapeutischen Wirksamkeit stellt diese Therapieform eine Alternative zu anderen Behandlungsmöglichkeiten dar. Da Hefe ein natürliches Produkt ist, dürften sich beim ausprobieren keine unangenehmen Nebenwirkungen einstellen. Das Trinken von aufgelöster Hefe ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Man sollte auch nicht zu viel davon zu sich nehmen, da sie bekanntlich quillt. Deshalb wird sie auch von vielen Patienten eingesetzt, die abnehmen wollen. Ob die Pickel mit abnehmen, sei dahingestellt.
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