Neugeborenenakne

Bereits im ersten Lebensjahr kann die Babyhaut von unschönen und zum Teil belastenden Pickelchen übersätNeugeborenes sein. Unterschieden wird zwischen der Akne neonatorum, die bei Neugeborenen und der Akne infantum, die bei Kleinkindern auftritt.

Neugeborenenakne kann bereits vor der Geburt bestehen. Die Säuglinge kommen also mit der Erkrankung auf die Welt. Sie kann sich aber auch in den ersten Lebenswochen entwickeln. Etwa 20 Prozent aller Neugeborenen leiden unter der Erkrankung. Meist sind männliche Säuglinge betroffen. Das Verhältnis liegt bei 4:1 (m:w). Die Neugeborenenakne kann bis zu mehreren Wochen andauern.

Normalerweise müssen die Pickelchen nicht behandelt werden. Man kann die betroffenen Säuglinge aber in Muttermilch baden (etwas abgepumpte Muttermilch dem Badewasser zufügen) oder ihr Gesicht mit Muttermilch einreiben. In den meisten Fällen heilen die Pickelchen dann schneller ab. Manche Hebammen waschen Kinder mit einer ausgeprägten Neugeborenenakne in Badewasser, dem einige Tropfen Lavendel zugegeben wurde. Andere betupfen die Pickel mit Rosenwasser. Ansonsten gibt es keine Behandlungsmöglichkeiten. Wichtig ist, dass die Eltern nicht an den Pickelchen herumdrücken.

Man nimmt an, dass die Gründe für die Ausbildung der Neugeborenenakne dieselben sind, wie die in der Pubertät. Ausgangspunkt ist auch hier ein erhöhter Androgenspiegel. Es wird vermutet, dass die Androgene entweder von der Mutter mitgegeben, oder im eigenen Körper produziert werden. Dies ist allerdings nicht bewiesen. Bei der Neugeborenenakne weisen die Wangen, seltener Stirn und Kinn, nicht entzündliche geschlossene Komedonen auf. Bei klinisch stärker in Erscheinung tretenden Erkrankungen können auch offene Komedonen, Papeln und Pusteln, zum Teil auch mit Eiter gefüllt, vorkommen. In der Regel verläuft die Neugeborenenakne harmlos und heilt ohne Narbenbildung meist innerhalb von drei, seltener bis zu sechs Monaten ab.

Die Akne infantum plagt zumeist männliche Säuglinge zwischen dem dritten und neunten Lebensmonat. Sie kann über mehrere Monate bis Jahre andauern. In wenigen Fällen hält sie bis zur Pubertät an und geht dann in die Pubertätsakne über. Diese Akne ist stärker ausgeprägt als die Neugeborenenakne und meist behandlungsbedürftig. Sie verläuft oft entzündlich und ist über größere Hautareale an Wangen, Stirn und Kinn ausgedehnt. Bei stärker entzündlichen Verläufen können Narben zurückbleiben.

In seltenen Fällen kann die Erkrankung in eine Akne conglobata infantum übergehen. Diese ist durch ineinander fließende Knoten und Zysten, meist an der Wange gekennzeichnet. Diese Kinder sind meist erblich vorbelastet. In der Pubertät besteht ein erhöhtes Risiko für eine schwere Akne.

Die Akne bei Babys kann leicht mit anderen Hauterkrankungen verwechselt werden. Babys bekommen häufig einen Ausschlag namens Hautgrieß. Stecknadelgroße, weiße Punkte bedecken dabei Nase oder Kinn des Säuglings. Diese werden durch eine Ausscheidung der Drüsen in der Haut (Talg) verursacht. Die Pickelchen sind, obwohl sie erhöht scheinen, flach und weich. Wenn das Baby etwa drei Wochen als ist, ist der Ausschlag am heftigsten. Meist verschwindet er aber nach vier bis sechs Wochen. Dieser Ausschlag kommt sehr häufig vor.

Bei Babys sind die Schutzmechanismen der Haut noch nicht vollständig entwickelt. Die Talgdrüsen produzieren beispielsweise noch nicht genügend Fett. Die Haut ist relativ trocken. Für die Pflege von Babyhaut gilt „weniger ist mehr“. Zu viel Cremes und andere Mittel machen die Haut undurchlässig und sie kann nicht atmen.

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