Akne während der Schwangerschaft
Während einer Schwangerschaft ändert sich das hormonelle Gleichgewicht einer Frau dramatisch, da große
Mengen an weiblichen Sexualhormonen vom Körper produziert werden.
Diese Hormone unterdrücken in vielen Fällen die überschießende Talgproduktion, die durch Androgene ausgelöst wird. Die Akne bessert sich. Das Hormon Östrogen sorgt für einen wahren Schönheitsschub. Die Haut wird straffer und rosiger, im Bindegewebe wird mehr Wasser eingelagert, so dass Fältchen fast vollständig verschwinden.
Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein. Frauen die seit der Pubertät nicht mehr unter Akne gelitten haben, können wieder davon betroffen werden. Auch Frauen, die noch nie mit Akne zu tun hatten, können plötzlich unter Hautproblemen leiden. Hormone in der Schwangerschaft können im Körper verrückt spielen. Alles verändert sich. Die Pflegeprodukte müssen der sich verändernden Haut angepasst werden. Eine Kosmetikerin weiß in den meisten Fällen Rat.
Die Haut wird in der Schwangerschaft empfindlicher. Das wird nicht nur ausgelöst durch die höheren Hormonwerte. Die Haut dehnt sich stark und wird sensibler. Seifen und Waschmittel können plötzlich Reizungen auslösen. Die Haut ist einfach leicht reizbar.
Man muss herausfinden, was die Haut so reizt. Man sollte keine einengende Kleidung tragen und am besten Naturprodukte, wie Baumwolle. Die Haut muss genügend Feuchtigkeit erhalten. Während einer Schwangerschaft ist es normal, das Hautausschlag und Juckreiz auftreten. Kurz nach der Entbindung normalisiert sich die Haut aber schon wieder.
Die Behandlung schwangerer Aknepatientinnen stellt eine Herausforderung für Ärzte und Apotheker dar. Die meisten der üblicherweise verwendeten Medikamente sind in der Schwangerschaft nicht zugelassen. Für viele neuere Präparate liegen keine Studien für eine risikofreie Nutzung vor. Im Zweifelsfall sollte man älteren Alternativpräparaten den Vorzug geben, da bereits jahrzehntelange Erfahrungen existieren. Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Einschätzung muss erfolgen. In der Schwangerschaft ist die topische Therapie der Akne die bevorzugte Behandlung. Dabei werden die Mittel direkt auf die zu behandelnde Hautstelle aufgebracht. Bei nichtschwangeren Frauen werden hauptsächlich Isotretinoin und Antibiotika zur systemischen Aknetherapie eingesetzt. Vor der Verordnung von Isotretinoin muss eine Schwangerschaft unbedingt ausgeschlossen worden sein, da das Mittel zu schweren Schädigungen beim Ungeborenen führen kann. Von 115 Schwangerschaften unter Isotretinoin –Einnahme traten in einer prospektiven Studie 21 Aborte uns 26 Malformationen (Gefäßfehlbildungen) bei den geborenen Kindern auf. Isotretinoin geht außerdem in die Muttermilch über und kann je nach Dosis und Dauer der Anwendung ernsthafte Schädigungen des Säuglings hervorrufen.
Auch die in der Aknetherapie normalerweise eingesetzten Antibiotika sind in der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert. Vom vierten Schwangerschaftsmonat an kann es durch die Einlagerung von Tetrazyklinen beim Fetus zu späteren Zahnverfärbungen, Zahnschmelzdefekten und einer Verzögerung des Knochenwachstums kommen.
Erythromycin ist ein Antibiotika, welches, wenn es denn unbedingt sein muss, in der Schwangerschaft zur Anwendung kommen kann. Es zeigt keine Embryo- und Fetotoxizität.
Starkes Jucken am ganzen Körper, aber besonders an Händen und Füßen, kann ein Zeichen für eine seltene Lebererkrankung sein, die nur während der Schwangerschaft auftritt. Die Erkrankung tritt im letzten Drittel der Schwangerschaft auf. Ein Arztbesuch ist dringend anzuraten.
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Tags: akne, Antibiotika, Frau, Haut, Hormone, Mittel, Schwangerschaft