Akne bei Erwachsenen
Hört man von Betroffenen, dass sie unter Akne leiden, denkt man unwillkürlich erst einmal an pubertierende Teenager. Aber auch Erwachsene können unter Akne leiden. Für sie ist es oftmals noch schlimmer.
Von Akne im Erwachsenenalter betroffen sind ca. 20 % der Männer und 40 % der Frauen. Die Akne beginnt meist plötzlich zwischen dem 30sten und 40sten Lebensjahr.
Die Ursachen sind nicht wirklich bekannt. Man vermutet aber, dass ebenso wie bei Teenagern Hormone dafür verantwortlich sein können. Manchmal gibt es aber ganz konkrete Ursachen.
Bei Männern tritt häufig eine Follikulitis (Haarbalgentzündung) mit Bakterien auf. Die Erkrankung ähnelt der Akne. Sie wird oft von einer krankhaft gesteigerten Absonderung der Talgdrüsen begleitet. Sie kann an allen behaarten Körperteilen auftreten. Meist sind Kopf und Rumpf betroffen.
Auch können Medikamente die Ursache für Akne bei Erwachsenen sein. Kortisonpräparate, Antidepressiva, Medikamente gegen Epilepsie oder bestimmte Antibiotika (Tetrazyklide) können zu Akne ähnlichen Hauterscheinungen führen. Es kann lange dauern, bis diese Sonderform der Akne verschwindet, auch wenn das Medikament schnell abgesetzt wird.
Bei vielen Betroffenen setzt sich das Hautleiden der Pubertät einfach im Erwachsenenalter fort. Aber auch, wenn man noch nie von Akne betroffen war, kann man die Hauterkrankung in späteren Jahren noch bekommen. Meist bildet sich die Akne bis zum 45. Lebensjahr zurück, auch wenn einzelne Fälle von „Rentnerakne“ beschrieben wurden.
Das Erscheinungsbild der Akne im Erwachsenenalter unterscheidet sich geringfügig von dem der Akne bei Teenagern. Gerade bei erwachsenen Frauen ist die Haut sehr empfindlich. Deshalb sind Hautirritationen bei topischen (oberflächlich angewandten) Aknemitteln öfter anzutreffen. Die entzündliche Akne wird fast immer systemisch mit Antibiotika, Hormonpräparaten oder Isotretinoin behandelt.
Vom Erscheinungsbild her unterscheidet sich die Erwachsenenakne kaum von anderen. Typisch sind Ansammlungen von entzündlichen Läsionen (Schädigung, Verletzung, Störung) im unteren Wangenbereich und am Kinn zu finden. Es gibt keine wesentlichen Unterschiede in der Mikroflora.
Eine Erklärung für das Ausbrechen der Akne im Erwachsenenalter ist ein verändertes Ansprechen der Haut auf Androgene.
Die Behandlung erweist sich oft als schwierig. Die alternde Haut ist empfindlicher als die von Teenagern. Oft kommt sie mit den hautirritierenden Aknepräparaten nicht gut zurecht. Bei Erwachsenen wird fast immer eine Kombinationstherapie empfohlen. Bei leichter bis mittlerer Akne wird versucht, von außen etwas gegen die Hauterscheinungen zu tun. Wenn sich das als unwirksam erweist, wird mit einer systemischen Behandlung begonnen. Meist werden Retinoid und Antibiotika topisch angewandt. Hat sich die Haut an das Medikament gewöhnt, kann man die Dosis bei Bedarf steigern. Es kann sechs bis zwölf Wochen dauern, bis sich eine Besserung zeigt.
Man kann auch wieder selbst einiges tun, damit es besser wird. Natürlich darf man auch als Erwachsener die Pickel nicht aufdrücken. Das ist genauso schädlich wie in der Pubertät. Gründliche Reinigung und Pflege gehören ebenso dazu. Man muss es aber nicht übertreiben. Man sollte nicht allein herumexperimentieren, lieber einen Dermatologen um Rat fragen. Die haben einfach mehr Erfahrungen mit Akne. Ansonsten braucht man viel Geduld und Durchhaltevermögen und oft auch starke Nerven, um mit der Belastung fertig zu werden.
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Tags: akne, Behandlung, Erwachsene, Haut, Medikamente, pickel, Ursache