Akne behandeln – wie sollte man vorgehen?

Immer mehr Menschen leiden unter Akne. Vor einigen Jahren waren noch hauptsächlich Jugendliche betroffen, in den letzten Jahren kommen immer mehr Erwachsene dazu.
Wenn man beim Blick in den Spiegel feststellt, dass man selbst einige oder mehrere Pickel hat, stellt sich meist die Frage – was ist zu tun?


Arzt Auf keinem Fall sollte man selbst Hand an die Pickel legen. Das verschlimmert den Zustand mit ziemlicher Sicherheit. Nur Profis dürfen ans Gesicht, egal ob Arzt oder Kosmetikerin.
Außer bei leichter Akne empfiehlt es sich, einen Dermatologen aufzusuchen.

Um Akne zu behandeln gibt es mehrere Wirkstoffe und unterstützende Therapien. Mit Medikamenten wird versucht, die Talgproduktion zu reduzieren. Der Verhornungsvorgang im Ausführungsgang des Talgdrüsenfollikels muss normalisiert werden. Die Entzündung muss abklingen.

Äußerlich werden Fruchtsäuren verwendet, wie z.B. Glykolsäure, Milchsäure, Apfelsäure, Zitronensäure und Mandelsäure. Sie werden in 10-15%ige Cremezubereitungen auf die Haut aufgetragen. Im Unterschied zur Therapie mit Benzoylperoxid, Retinoiden oder Salicylsäure kommt es beim Einsatz von Fruchtsäurepräparaten nicht zu einem epidermalen Wasserverlust.

Antibiotika werden eingesetzt, um die Bakterien zu bekämpfen, welche die Talgdrüsenfollikel besiedeln. Außerdem wirken sie entzündungshemmend und indirekt der Verhornungsstörung entgegen. Unterschieden wird zwischen lokalen und körperweit wirksamen Antibiotika- Präparaten.
Zu beachten ist, das Antibiotika die Wirkung der Anti-Baby-Pille beeinträchtigt.

Bei Frauen kommt häufig eine hormonelle Therapie zum Einsatz. Antiandrogen wirkende Substanzen beeinflussen die Talgproduktion und Verhornungsvorgänge im Talgdrüsenfollikel. Antiandrogene sind chemische Substanzen, die an der Talgdrüse andocken. Deswegen können sich Androgene (männliche Sexualhormone - kommen auch bei Frauen vor) dort nicht mehr festsetzen und ihre stimulierende Wirkung entfalten. Sie werden also verdrängt. Die Talgproduktion und damit auch die Akne nimmt ab.
Linolsäurehaltige Cremes können die Größe von Mitessern innerhalb eines Monats um fast ein Viertel reduzieren.

Bei schwerer und therapieresistenter Akne kann der Wirkstoff Isotretinoin zum Einsatz kommen. Damit kann die Talgproduktion dauerhaft reduziert werden. Die Nebenwirkungen können aber beträchtlich sein. Sie reichen von einer Schälung der Haut, Haarausfall, Nasenbluten, Depressionen und Gelenkschmerzen bis zur Schädigung der Leber (abhängig von der Dosis). Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere dürfen dieses Mittel nicht verwenden. Beim Ungeborenen ist mit schweren Fehlbildungen zu rechnen.

Die Therapie mit Sonnenlicht bzw. Ultraviolettstrahlung ist umstritten.

Salicylsäure ist in Konzentrationen von bis zu 2 Prozent in Kosmetika enthalten. Sie wirkt antibakteriell und keratolytisch. Man erzielt damit eine oberflächliche „Schälwirkung“. Erst ab einer Konzentration ab 5 Prozent wird ein komedolytischer Effekt erreicht. Bei einer höheren Dosierung und einer großflächigen Anwendung können die Nieren geschädigt werden.

Zink ist gesund für den ganzen Körper. Akne und der damit verbundene Wundheilungsprozess können den Bedarf an Zink erhöhen. Kann der Mehrbedarf nicht aus der Nahrung gedeckt werden, können Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden. Überdosen sollten aber vermieden werden.
Für die Aknetherapie werden Zinkverbindungen meist mit Antibiotikagaben kombiniert. Zinkoxid wirkt antiseptisch und ist Bestandteil der Zinksalbe. Sie wird äußerlich für die Wundbehandlung eingesetzt.

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