Therapien gegen Akne

Akne ist in den westlichen Industrienationen die häufigste Hauterkrankung. Sie gilt inzwischen alsZwei Jungen Volkskrankheit. Zwar ist sie weder chronisch noch lebensbedrohlich, aber sie erzeugt jede Menge Leid. Akne belastet die Gemütslage der Betroffenen meist erheblich.
Dermatologen kennen heute viele Möglichkeiten, gegen die lästigen Pickel vorzugehen. Für jeden Hauttyp, jedes Alter und jeden Schweregrad gibt es entsprechende Mittel.

In jedem Fall gilt, Hände weg von den Pickeln. Bloß nicht selbst daran herumdoktern! Das sollte man dem Fachmann (-frau) überlassen.
Es empfiehlt sich, außer bei ganz leichter Akne, einen Hautarzt aufzusuchen. Nur ein Fachmann kann die Erfolge beurteilen und gegebenenfalls die Behandlung verändern oder intensivieren. In jedem Fall sollte man sich in Geduld üben. Die Akne verschwindet nicht über Nacht. Sichtbare Ergebnisse zeigen sich meist erst nach Wochen oder gar Monaten.

Bei den in der Werbung angepriesenen Mitteln ist Vorsicht geboten. Sie verbessern die Situation kurzfristig, danach wird die Erkrankung aber meist schlimmer. Nach einigen Anwendungen zeigen die Mittel keine Wirkung mehr. Manchmal werden die Entzündungen sogar verstärkt.

Frau cremt sich einBei der Behandlung von Akne werden häufig mehrere Therapien miteinander kombiniert. Meist wird mit der äußerlich angewandten Therapie begonnen. Die Umstellung auf seifenfreie Waschlotionen bringt meist schon erstaunliche Erfolge. Mitesser und Pusteln können von einer Kosmetikerin entfernt werden. Unterstützen kann man die Behandlung mit Cremes und Gels, welche die oberste Hautschicht leicht schälen und damit der Entstehung neuer Mitesser verhindern.Antibiotika können innerlich und äußerlich angewendet werden. Zuerst kann man Cremes, die Antibiotika enthalten, versuchen. Der meist verwendete Wirkstoff ist Erythromycin.

Wenn die äußere Anwendung keinen Erfolg bringt, wird für vier bis sechs Wochen Antibiotika in Tablettenform verabreicht. Vor allem bei mittelstarken, entzündlichen Formen der Akne ist das zu empfehlen. Die meist verwendeten Mittel Doxycylin oder Minocylin helfen doppelt. Sie bekämpfen die Entzündungen durch die Bakterien und vermindern gleichzeitig die Talgproduktion. In der Regel sind die Mittel gut verträglich. Antibiotika sollte nur bei wirklich schlimmen Fällen eingesetzt werden, da es inzwischen viele Resistenzen gegen die Mittel gibt. Gegebenenfalls kann auf andere Wirkstoffgruppen umgestellt werden.

Meist geht die Akne in den Sommermonaten etwas zurück. Dennoch ist man in Deutschland noch weit davon entfernt, die Bestrahlung mit UV- Licht als Therapie zuzulassen. Der Grund sind aussagekräftige Langzeitstudien. Wenn überhaupt, sollte die Bestrahlung beim Hautarzt erfolgen und nicht im Sonnenstudio, da diese andere Wellenlängen (Turbobräuner) benutzen. Diese können die Haut schädigen.

Frauen mit Akne werden gern und häufig mit der Pille therapiert. Die darin enthaltenen weiblichen Geschlechtshormone wirken den männlichen Geschlechtshormonen entgegen. Das führt zu einer Reduktion der Talgproduktion. Nicht alle Präparate sind gleichermaßen geeignet. Welche Pille in Frage kommt, klärt man am besten mit dem behandelnden Gynäkologen.

Bei schwerer und wirkstoffresistenter Akne kann Isotretinoin in Tablettenform verwendet werden. Dieses Mittel hemmt die Talgproduktion stark. Meist wird eine deutliche Verbesserung sichtbar. Allerdings hat Isotretinoin lästige und zum Teil gefährliche Nebenwirkungen. Während der Behandlung sollte regelmäßig das Blut untersucht werden. Schwangere dürfen das Mittel keinesfalls einnehmen. Mit schwersten Geburtsfehlern und Behinderungen beim Kind muss gerechnet werden. Daher wird Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter Isotretinoin nicht verschrieben. Ausnahmen gibt es nur, wenn es während und mindestens sechs Monate nach der Einnahme sicher zu keiner Schwangerschaft kommt. In jedem Fall sollte man den Beipackzettel sehr genau durchlesen. Die Kosten für diese Therapie werden von den Krankenkassen übernommen, im Gegensatz zu den Kosten für äußerlich anzuwendende Mittel und kosmetische Behandlungen. Daher wird manchmal früher als notwendig auf Antibiotika ausgewichen, da diese Kosten übernommen werden. Davon ist abzuraten.

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