Medikamente gegen Akne

Mädchen denkt nachAkne ist eine Erkrankung der Haut, die ungefähr 85 Prozent der Jugendlichen und 30 Prozent der Erwachsenen zu schaffen macht.
Eine Behandlung sollte ein Dermatologe durchführen. Die Therapie orientiert sich an den individuellen Ursachen und Einflussfaktoren, die in persönlichen Gesprächen ermittelt werden. Jede Akne- Therapie ist eine Langzeit- Therapie. Meist kann ein zufrieden stellendes Ergebnis erreicht werden.

Bei leichteren Fällen reichen meist gute Reinigungs- und Pflegemittel um die Krankheit einigermaßen in den Griff zu bekommen. Die Talgbildung wird unterdrückt und die Haut punktuell ausgetrocknet. Die meisten Mittel müssen über einen längeren Zeitraum benutz werden, bis sich erste Erfolge zeigen. Wochen und gar Monate können vergehen.

Bei schwereren Fällen wird der behandelnde Arzt meist auf Medikamente zurückgreifen. So gibt es antibiotikahaltige Salben und Cremes, die vor allem die Bakterien beseitigen sollen. Auch Zinkoxid kommt häufig zum Einsatz. Die Salbe ist frei verkäuflich und fördert den Wundheilungsprozess. Zink kann auch in Tablettenform zugeführt werden. 50mg Zink pro Tag kann dazu beitragen, Entzündungen abklingen zu lassen und die geschädigte Haut zu heilen.

Bei schweren Akneformen werden meist verschiedene Therapien miteinander kombiniert. Häufig werden Antibiotika eingesetzt. Man kann sie innerlich und äußerlich anwenden. Wie bei allen längerfristig eingenommenen Antibiotika zählen Schädigungen der Darmflora mit Durchfällen und Magenbeschwerden zu den unerwünschten Wirkungen der Therapie. Nicht selten schränken Antibiotika auch die Wirkung der Pille erheblich ein. Bei Tetrazyklinen können auch durch Licht ausgelöste Hautschädigungen auftreten. Die Wirkung oral eingenommener Antibiotika ist gewöhnlich eine bei weitem stärkere als bei der lokalen Anwendung auf der Haut. Bei einem großen Teil der Betroffenen bricht die Akne nach dem Absetzen der Tabletten wieder aus. Oral eingenommene Antibiotika sind nur eine Überbrückungsmaßnahme. Sie wirken nur gegen die Entzündung und nicht gegen die Neubildung von Mitessern. Sinnvoll ist deshalb die parallele Behandlung mit einem Schälpräparat, welches auch die Mitesserbildung beeinflusst.

Eine Alternative zu den Antibiotikamitteln sind Retinoide. Auch dieses Medikament muss über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Frauen dürfen während der Therapie nicht schwanger werden, da Retinoide Schäden beim Embryo bewirken können. Aus diesem Grund bekommen Frauen im gebärfähigen Alter eine Kombination aus einem Retinoidpräparat und einem hormonellen Verhütungsmittel verabreicht.

Bei schwerer Akne kann bei Frauen eine Hormontherapie mit weiblichen Geschlechtshormonen und so genannten Antiandrogenen sehr Erfolg versprechend sein. Zusätzlich schützen diese Präparate noch vor einer Schwangerschaft.

Kortison wird nur bei schlimmen Formen wie der Akne fulminans eingenommen. Das Medikament unterdrückt die Entzündungsreaktion.

Schwefelhaltige Salben und Cremes wirken sich lindernd auf die aknegeschädigte Haut aus. Allerdings habenCreme sie einen entscheidenden Nachteil, ihren Geruch. Wenn mit schwefelhaltigen Salben behandelt wird, ist es sinnvoll, jeweils eine Tages- und eine Nachtcreme zu benutzen. Der Geruch ist aber wirklich sehr gewöhnungsbedürftig und viele Mitmenschen reagieren gar nicht nett darauf. Die Therapie ist also wirklich nur etwas für ganz „Harte“.

Roaccutan oder auch Isotretinoin genannt, ist ein hochwirksames, aber auch nebenwirkungsintensives Aknemedikament. Im Unterschied zu anderen Therapien wirkt Isotretinoin (aus Vitamin-A-Säue gewonnen) auf alle Faktoren ein, die Akne begünstigen. Zum Ersten, der erhöhten Talgproduktion, zum Zweiten, der Neigung zur Mitesserbildung durch die Verhornung der Talgdrüsenausgänge und zum Dritten, deren Infektion. Das Ziel des Medikamentes ist nicht die Symptombehandlung, sondern eine dauerhafte Heilung. Diese wird bei 60 bis 80 Prozent der Fälle erreicht. Vorsicht aber vor den zum Teil erheblichen Nebenwirkungen. Bei einer vorliegenden Schwangerschaft muss mit einer Schädigung des Kindes gerechnet werden.

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