Akne und Narben
Beim heutigen Stand der Medizin lässt sich Akne sehr gut behandeln. Wenn man rechtzeitig mit der Behandlung beginnt, kann man meist verhindern, dass sich Narben bilden.
Durch unsachgemäßes Ausdrücken von Pickeln geht Gewebe verloren und der Pickel kann sich entzünden. Wenn das Bindegewebe, welches verloren gegangen ist nachwächst, sieht es anders aus. Auch die Funktionsfähigkeit ist meist nicht so gut wie zuvor. Man unterscheidet verschiedene Narben, je nachdem, ob zuviel oder zuwenig Bindegewebe produziert wurde.
Bei einer zu großem Menge Narbengewebe spricht man von hypertrophen Narben. Sie befinden sich über dem umliegenden Hautniveau.
Bei einer zu kleinen Menge Narbengewebe spricht man von atrophen (eingesunkenen) Narben. Sie liegen unterhalb des umliegenden Gewebes.
Am Besten beugt man einer Narbenbildung bei Akne rechtzeitig vor. Das ist nicht immer einfach. Übertriebene Hygiene bringt nichts, sie macht die Sache meist noch schlimmer. Morgens und abends das Gesicht waschen, ist vollkommen ausreichend. Zu viel Reinigung kann den körpereigenen Säureschutzmantel der Haut verletzen. Die Haut wird noch anfälliger für Bakterien.
Generell sollte man die Finger von seinen Pickeln lassen. Nicht daran herumdrücken! Lieber ein Dampfbad fürs Gesicht machen. Die Poren öffnen sich und die gestauten Flüssigkeiten laufen allein aus. Mit einem sauberen Tuch kann man sie entfernen. Danach am Besten desinfizieren. Immer auf saubere Hände achten!
Sollte es doch zu Narben kommen, gibt es verschiedene Mittel und Methoden, um eine Besserung zu erreichen. Wundermittel gibt es aber keine. Meist ist die Behandlung der Narben mit größeren Kosten verbunden. Die Kassen zahlen in der Regel nicht. Da muss schon eine extreme psychische Belastung vorliegen, damit sie die Kosten oder Teile davon übernehmen.
Atrophe Narben kann man mit Kollagen unterspritzen. Dabei werden sie aufgefüllt. Hypertrophe Narben werden mit Corticoiden unterspritzt. Dadurch geht die Bindegewebeproduktion zurück und die Narben sacken ein. Pro Sitzung muss man mit 70 bis 100 Euro rechnen. Die Erfolgsquoten sind eher mäßig.
Eine weitere Möglichkeit der Narbenbeseitigung ist die Micro-Dermabrasion. Dabei werden die Narbenränder mit einem kosmetischen Schleifgerät abgeschliffen. Große Erfolge lassen sich so nicht erzielen. Leichte Verbesserungen sind aber meist schon nach der ersten Sitzung zu erkennen. Die Behandlung ist, auch wenn es nicht so klingt, schmerzfrei. Eine Sitzung dauert ca. 90 Minuten und kostet etwa 100 Euro.
Auch Peelings mit Fruchtsäuren erfüllen ihren Zweck. Sie ätzen Behandlung für Behandlung die obersten Hautschichten weg. So passt sich das Niveau der Narben dem des umliegenden Gewebes an. In hochkonzentrierter Form erzielen die Säuren größere Wirkung. Allerdings darf diese Behandlung nur von einem Arzt durchgeführt werden. Man kann die oberste Schichten der Haut so weit abtragen, dass wirklich „Babyhaut“ darunter zum Vorschein kommt. Für diese Art der Behandlung wird aber sogar eine stationäre Behandlung für ein oder zwei Tage empfohlen. Die Haut wird erst so schwer verletzt, dass sich großflächig Grinde bilden. Erst wenn diese abfallen, kommt die neue Haut zum Vorschein. Diese ist dann sehr empfindlich, aber die Narben sind meist weg. Diese Behandlung ist allerdings teuer.
Die kostengünstigste Möglichkeit die Narben zu behandeln, ist die Selbstmassage. Man kann Salben, Öle oder Peelings benutzen. Erreicht wird eine bessere Durchblutung. Die Narben werden geschmeidiger. Bei regelmäßiger Anwendung über mehrere Wochen oder Monate kann man eine deutliche Verbesserung erreichen.